Die Elemente
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Die Elemente
Was ist das für ein Wesen ?
Am Morgen geht es auf Vieren.
Am Mittag auf Zweien .
Am Abend auf Dreien .
Die
Auflösung heißt : der Mensch,
Als Kind kriecht er auf der Erde,
Als Mann geht er aufrecht,
Als Greis stützt er sich auf dem Stock .
Aber der geheime Sinn dieses Rätsels führt uns zu einer anderen Deutung : Auf Vieren
gehen heißt, der Erde gehören – der Materie, dem Mineralischen, dessen geheimwissenschaftliches Symbol das Viereck war.
Am Abend, da er vollendet hat, ist er zum Feuer aufgestiegen, dessen Zeichen war das Dreieck mit nach oben gerichteter Spitze.
Und dazwischen liegt der Entwicklungsweg, der alchimistische Doppelweg der Assimilation und Ausscheidung, des Bindens und Lösens, der Weg der Scheidung und Unterscheidung – der Weg der Zwei
.
Die Sphinx von Theben hatte den Kopf und die Brüste einer Frau, den Rumpf eines Stieres, die Pranken eines Löwen, den Schweif eines Drachen und die Flügel eines Vogels. Sie ist das Symbol der
vier Elemente ( Stier, Löwe, Drache, Adler ) . Ihre Quintessenz – ( das Weib ), das Fünfte Element, ist das reine Material, aus dem die Himmel bestehen .
Der Leib des Sphinx – Stier oder auch Bär – Erde .
Die Flügel des Sphinx – Skorpion oder Adler – Wasser .
Die Krallen des Sphinx – Löwe – Feuer .
Das Haupt des Sphinx – Wassermann oder Mensch – Luft .
Elemente und Astrologie sind nicht voneinander zu trennen.
Auch die Alchemie begab sich auf die Spur, die Elemente zu erforschen, ihren Zusammenhalt und ihre Wirkung . Die Suche nach dem Stein der Weisen war keineswegs, die Suche nach dem Rezept zur
Herstellung des Goldes . Nur arbeitete die Alchemie mit Metallen, das Quecksilber nahm hier eine besonders große Stellung ein.
Die Alchemisten arbeiteten immer an das Wunder der Menschwerdung.
Goethe stellte dieses alchemistische Wunder der Menschwerdung in einem Gedicht dar.
Das Göttliche
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut !
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.
Heil den unbekannten
Höheren Wesen,
Die wir ahnen !
Ihnen gleiche der Mensch !
Sein Beispiel lehr`uns
Jene glauben. ( Die alchemistische Assimilation )
Nach ewigen, eh`rnen
Großen Gesetzen,
Müssen wir alle
Unseres Daseines
Kreise vollenden.
Nur allein der Mensch,
Vermag das Unmögliche;
Er unterscheidet,
Wählet und richtet;
Er kann dem Augenblick
Dauer verleihen. ( Element Luft )
Er allein darf
Dem Guten lohnen,
Den Bösen strafen, ( Element Feuer )
Heilen und retten, ( Element Wasser )
Alles Irrende, Schweifende
Nützlich verbinden. ( Element Erde )
Dieses Gedicht kann man auch auf das Sphinxrätsel beziehen.
Die vier Elemente kann man auch die vier großen Arbeitsfelder des Menschen nennen. Das erste große Arbeitsfeld ist die Erde, die Schaffung seiner Maschinen und Werkzeuge . Der Mensch muss hier lernen, das Nützliche vom Schädlichen zu unterscheiden. Das zweite Arbeitsfeld ist das Feld Wasser, dass Reich der Triebe und des Wachstums. Zum triebhaften Suchen und Fliehen, zu Leid und Lust im Menschen zu dem ganzen Inhalt seines Wunsch und Begehrungslebens mit allen Zwischenstufen zwischen himmlischer Freude und höllischem Schmerz, zu Liebe und Hass. Was hier zu wandeln gilt ist, bewusste Kraft aus Liebe und Hass zu machen. Leidenschaftsformen müssen durch den Menschen gewandelt werden, so das sie nicht mehr nur ein bloßes Erleiden darstellen. Hier soll die heilende, mitleidende, helfende, opferbereite Liebe, die jenseits der Leidenschaft liegt und jenseits des materiellen Lust liegt erweckt werden. Die Liebe die den Hass besiegt. Das dritte Arbeitsfeld ist das Feld Luft. Des Menschen Verstandesinstinkt und in ihm das Reich seiner Gedanken ausmacht, sein geistiges Leben. Hier heißt es die Vernunft zu fördern. Das Gedankenleben von den Trieben unabhängig zu machen, es von Leidenschaft zu lösen. Die Kraft Gedankenbilder zu verselbstständigen, sie hervorzuheben und sie in einem selbst- geschaffenen Zusammenhang zu überschauen – sie in ein System zu bringen. Die Kraft, geistige Erkenntnisse gleichsam zu kristallisieren und ihnen einen geistigen Körper zu geben. Auch unterscheiden lernen zwischen Wahrheit und Irrtum. Das vierte Arbeitsfeld ist das Feld des Feuers. Hier haben wir die Ich – Offenbarung, den Aufstieg vom Tier zum Menschen. Hier muss der Mensch erfühlen, was in der Tiefe des Ego, Sein wirkliches Wesen darstellt. Hier muss sich der Mensch fragen, was es in ihm zu erkennen gibt. Das Moralische Gesetz in einem selbst. Den Willen anzugleichen, sich tief zu wandeln, vom egoistischen Kern . Das wahre “Ego“ allmählich entwickeln lernen, vom egoistischen Wollen weg. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse ist hier ein wichtiges Ziel.

